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Zoll ist nicht gleich Zoll
Der feine regionale Unterschied zwischen Hamburg und Hannover
Brigg MIRANDA zwischen Hamburg und Hannover
Eines der größten und schönsten Schiffe, die je den Namen ihres Heimathafens Neuenfelde über den Atlantik trugen, war die Brigg Miranda. Das Schiff war für Rechnung des in Neuenfelde bei der Schleuse 1826 geborenen Kapitäns auf großer Fahrt Hinrich Fock auf einer Buxtehuder-Werft aus Eichenholz erbaut; unter Wasser war das Schiff mit Kupfer beschlagen. Es war zu 166 brit. Reg. Tons netto vermessen.
Gleich nach Verlassen der Bauwerft hatte das Schiff einen nicht alltäglichen Unfall, über den Ludwig Adolf im Buxtehuder Tageblatt vom 9. 2. 1935 folgendes schreibt:
„In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Buxtehude eine bedeutende Werft. Der letzte große Segler, der hier gebaut wurde, war die Brigg Miranda, von der noch ein Ölgemälde und das Namensschild vorhanden sind. Als dieses stolze Schiff nach glücklichem Stapellauf und erfolgter Aufriggung nach Hamburg gebracht werden sollte, um mit Ladung von da seine Jungfernreise anzutreten, geriet es in der Estebrügger Klappbrücke fest und wollte nicht mehr vor- und nicht mehr rückwärts. Das brachte der Estebrügger Jugend viel Freude, der Werft aber noch mehr kostspieligen Ärger. Da sich alles Wettern und Fluchen als erfolglos erwies, half man sich schließlich in der Weise, dass man von beiden Brückenenden sowohl als auch vom „Liefholt” der Brigg etwas wegnahm. Wie aber war so etwas möglich? Dafür fand man nach Beruhigung der Gemüter folgende Lösung: Der Zimmerbaas der Werft hatte nach Erhalt des Bauauftrages durch einen zuverlässigen Mann die Brückenöffnung ausmessen lassen. Nach dem ermittelten Maß wurden Risse, Bauzeichnung und Bau ausgeführt. Der Zimmermann hatte richtig gemessen und die Werft richtig gebaut. - Ja, aber - ? Sehr einfach: Der Zimmermann maß nach Hamburger Fuß und Zoll, die Werft aber baute nach dem etwas größeren hannoverschen Fuß und Zoll."
Dieser Zwischenfall am Anfang seiner Laufbahn schien aber ein gutes Omen für das Schiff gewesen zu sein; denn es führte in der Folge über 30 Jahre lang viele glückhafte Atlantikreisen durch.
Aufgestöbert von Ewald Martens, Buxtehude
In Hrsg.Carl Röper, Urkunden - Regesten - Nachrichten über das Alte Land und Horneburg. Band 3, Buxtehude 1987
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