Details zum Schiff

SPÖKENKIEKER


SPÖKENKIEKER

Schiffsname: SPÖKENKIEKER
Ex-Namen: Martha, HUS12, Freia, Spökenkieker
Nationalität: D
Heimathafen: Rostock
Typ: Krabbenkutter
Rigg: jetzt Gaffelketsch
Baujahr: 1935
Bauwerft: Dawartz
Bauort: Tönning
Länge (London): 11,88 m
Länge (Messbrief): m
Länge über alles: 15,30 m
Breite: 4,20 m
Tiefgang: 1,40
Segelfläche: 100 m2
Motor: Deutz Diesel FGL 912
Leistung: 100 PS PS
Museumshafen: Rostock

Kapitän Fritz Lorenzen aus Husum ließ 1935 auf der Bootswerft Dawartz in Tönning an der Eider den auf den Namen „Martha“ getauften Krabbenkutter aus Eiche auf Eiche bauen. Stapellauf war im April 1935 und wurde von der Seeberufsgenossenschaft mit 33,0 m³ Bruttoraumgehalt vermessen. Als „Segelschiff mit Motor“ erhielt es eine Sloop-Takelung und war mit einem 28 PS-Glühkopfmotor ausgerüstet, der später durch einen 50 PS Modak Motor ersetzt wurde.
Der Kutter wurde für die kleine Hochseefischerei zugelassen und ging von seinem Heimathafen Husum aus mit der Nummer HUS 12, Unterscheidungssignal DDPC, auf Krabbenfang. In den ersten Jahren wurde mit einem Netz gefischt, das über das Heck ausgebracht wurde, später erfolgte der Fang mit Doppel-Baum-Kurren, das heißt mit Netzen, die vom Mast aus über Bäume seitlich an Backbord und Steuerbord geschleppt wurden.
Im Kriege wurde er als Vorpostenboot im Englischen Kanal eingesetzt. Er sollte von Calais aus an der Invasion Englands teilnehmen, wozu es glücklicherweise nicht kam. So kehrte die „Martha“ bereits 1941 wohlbehalten nach Deutschland zurück. Im Februar 1950 wurde das Unterscheidungssignal vom Amtsgericht Schleswig in DJIP geändert und ebendort im Oktober 1955 eingezogen.
1971 erwarb Kapitän Mommensen, Husum, den Kutter und ging damit weiterhin auf Fisch- und Krabbenfang. Er ersetzte den alten Holzmast durch einen Stahlmast und baute den noch heute an Bord befindlichen 100 PS Deutz-Dieselmotor ein.
1976 machten die weiterentwickelten Fangtechniken in der Fischerei auch vor der „Martha“ nicht halt. Die durchschnittliche Kuttergröße hatte Mitte der 70-er Jahre an der Nordseeküste bereits 14 – 16 Meter erreicht, so dass mit 12 m-Booten dort kein Geld mehr zu verdienen war. Die „Martha“ wurde aufs Altenteil geschickt und anschließend von einem unbekannten neuen Voreigner zum Sportboot umgebaut. Das kleine urtypische Ruderhaus wurde abgerissen. Wo früher Fischkisten gestapelt wurden, entstanden sechs Kojen, Messe und Pantry. Die Gaffelbeseglung war mit 50 m² vergleichsweise eher bescheiden. Die „Freia“, wie das Boot nun hieß, wurde vermutlich vorwiegend unter Motor betrieben.
1988 ging der Gaffelkutter an eine Hamburger Eignergemeinschaft über, die ihn für Tauchsportfahrten in der Nord- und später in der Ostsee nutzte. Anschließend erwarb 1994 der letzte Voreigner das Boot und taufte es auf den Namen „Spökenkieker“ um. Heimathafen war nun Wismar. Es sollte, nach umfangreichen Restaurierungs- und Umbauarbeiten, teils gewerblich genutzt werden. So erhielt es nach Erneuerungen im Bereich des Achterdecks 1995/1996 auf der Bootswerft Rammin in Barth ein neues 100 m² großes Gaffelrigg an 1 ½ Masten pommerscher Lärche
Bereits 1999 sahen das heutige Eignerehepaar den Traditionssegler beim Hafenfest im Seequartier von Mariehamn, auf der finnischen Ålandinsel. Damals noch per Fähre und auf Rädern unterwegs, versprachen sie sich solche Reisen nur noch mit eigenem Schiff zu unternehmen. Nach dem es nun 2001 erneut zum Verkauf anstand, entschlossen sie sich spontan die Gaffelketsch zu erwerben und nach Rostock in den Museumshafen zu holen. Ausschlaggebend dafür waren nicht nur die Liebe zu alten Segelschiffen sondern vielmehr auch der persönliche Bezug zu den Namen, die die Ketsch bisher führte. Natürlich aus rein spökenkiekerischer Sicht, versteht sich.
Quelle: Eigner
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